„Hund zu verkaufen“

Derzeit darf man es nicht tun – die einschlägigen Plattformen nach Abgabehunden durchsuchen. Dabei beschränke ich mich ja sowieso auf die nordischen Hunde, also möchte ich die Flut an Mode- und „Allerweltshunden“ gar nicht sehen.

Nach Weihnachten kommt sicherlich noch einmal eine Schwemme an übriggebliebenen, weggeworfene, unerwünschten, fehlerhaften, anstrengenden Tieren.

Mit welcher Selbstverständlichkeit die „Vermittller“ über diese lebenden, fühlenden, denkenden Wesen wie Ware schreiben, ist schon schlimm genug, aber es werden vermehrt ausrangierte „Zuchttiere“ zum Kauf angepriesen. Entweder wird die „kleine Hobbyzucht“ aufgelöst, die Lebensumstände haben sich verändert oder der Hund verträgt sich nicht mehr mit dem Zweithund. Dabei sind die Texte so lieblos, voller Fehler und flüchtig dahingekrakelt, dass man nur ein flaues Gefühl bekommen kann.

Ich habe ja selbst einen solchen Hund. Einen überflüssigen, wertlosen, der über eine Kleinanzeige – im Nachhinein eingesehen – verschachert worden war. Der Abgabegrund war eine angebliche Allergie. So, nun habe ich nichts dagegen, dass man seinen Hund vielleicht sogar ohne Zwischenvermittler Tierheim direkt in liebende Hände abgibt, aber sind die Angebote doch sehr dubios.
Heutzutage würde ich es anders machen, denn der wahre Grund der Abgabe war wohl seine Zerstörungswut (aus Langeweile und Frust), die er bei mir nicht zeigte.
„Was? Bei uns hat er die Couch zerbissen!“
„Was? Wie habt ihr das Geschirr an den Hund gebracht?“
usw.

Das Schlimmste aber – die Damen und Herren wollten ja für die Zukunft des Hundes jemanden, der alles besser macht und hat als sie selbst: Ein Haus mit Garten, jemand, der rund um die Uhr da ist, nur das Beste für den Schatz!
Ihr „Ein und Alles“ war er angeblich. Seine ganze Ausstattung war im Preis inbegriffen, hörte sich doch super an…
Ein zu kleines Kissen (kein Bettchen), eine zerfressene Billigdecke, ein kaputter Beißring als „Spielzeug“, zerbissene Plastiknäpfe, Billigschrottfutter, eine zerfledderte Billigleine, KEIN Halsband und KEIN Geschirr (er kam mit diesem Schnürchen von der Flexileine an, das fast durchgerissen war)… dass sie uns ihren Furminator mitgegeben haben, wunderte mich sehr.

Passt bitte gut auf, was ihr euch ins Haus holt. Ich hatte mit Yomas Wesen wirklich noch Glück, wenn man bedenkt, dass er ursprünglich aus einer Vermehrerzucht kam, und auch bei den alten Besitzern wenig bis nicht gefördert wurde. Zwar zeigte und zeigt er immer noch so einige „Defizite“, aber es hätte nachteiliger ausfallen können.

Image

[Yoma ~]

Das absolut Scheußlichste aber, das ich jemals gelesen hatte, war, dass jemand seinen Hund gegen eine Playstation zum Tausch angebot.

Natürlich können sich die Lebensumstände tatsächlich verändern, aber will man dann noch Kapital aus der Trennung schlagen? Ich weiß ja nicht…

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3 Kommentare zu “„Hund zu verkaufen“

  1. Und solange Hunde für zu viele Menschen nur Statusobjekte und niedere Lebewesen bleiben, denen sämtliche Rechte, Gefühle und Bedürfnisse abgesprochen werden, wird sich das auch niemals ändern. Solange Hunde „funktionieren zu haben“ und mit aversiven Methoden erzogen werden und die Menschen das darauffolgende Echo bzw. die Defizite des Hundes nicht vertragen, solange werden Hunde ungeliebt ausgesetzt, weggegeben, eingetauscht. (Das Angebot habe ich auch gelesen…… ohne Worte)

    • Da sagst du viel Wahres.
      Richtig schlimm, was man derzeit im Netz an Aussagen findet…

      Wenn man es genau nimmt, hat der Inserent damit endlich etwas gefunden, das er entsprechend behandeln kann. Ein lebloses Ding, dass bei chronischer Unlust ausgeschalten werden kann, bei Nicht-Gefallen auch gut zu entsorgen ist.

  2. Ja, es ist so schlimm, momentan!
    Da wird ein nicht ganz erwachsener Akita, der absolut artgenossenaggressiv ist, abgegeben, weil er sich mit dem anderen Hund nicht mehr verträgt, muss aber intakt bleiben, weil er so schön ist und weiterhin als Deckrüde eingesetzt werden soll. Ich kann nur den Kopf schütteln!

    Ein Shiba-Mädel momentan zu verkaufen, nicht ganz anderthalb Jahre alt, hatte schon Welpen, wird nun nicht mehr benötigt! Wo führt das hin?!?

    Eine Flut an viel zu jungen Deckrüden, ohne Papiere, keine Untersuchungen auf irgendwelche Krankheiten….!! Dann verlangen die Besitzer noch 200-300 € Decktaxe und machen hübsch Kohle mit der Vermehrung der Gene ihrer Rüden! Ich krieg das Kotzen! Und jeder Tierschutzverein ist machtlos und wird überschwemmt mit Mischlingen und ‚Rassehunden‘, die kein Mensch braucht!

    Wo bleibt die Vernunft im Menschenhirn?

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