Alles Liebe zum 4. Geburtstag, Akuma!

Yoma & Akuma ♥

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„Die Hundeflüsterin“

Wie konnte ich meine „Lieblings-Hundetrainerin“ verpassen? Warum sagt mir keiner, dass Maja Nowak wieder läuft? Und dann auch noch so aufgemotzt in der Schwachsinnigkeit, die sie zum Besten gibt. Wirklich mal Klartext und ohne jede Beschönigung. Die Frau ist gefährlich für jeden unbedarften Hundehalter.

Nun fängt sie ernsthaft an, den größten Mist unter die Leute zu bringen, den ich je gehört habe.
RUDELSTELLUNG

Ganz gruseliges Zeug.

Grundsätzlich war ihr Rudelgelaber schlimm, aber sich nun noch diesen Unfug zum Vorbild zu nehmen… die Dame hat sich nun ganz ins Aus geschossen bei mir. Kommt direkt nach dem netten Mexikaner.
Zusammen mit dessen Energie und dem Rudelstellungs-Konzept ist sie nun vollkommen in die Esoterik-Ecke abgedriftet (und nein, kommt mir nun nicht mit „Präsenz“, wer von ominösen Leithunde-Energien faselt, die es so nicht gibt, dem schmeichle ich damit sogar noch netterweise!). Alles wird noch nebulöser und ungreifbarer als zuvor, damit man als geneigter Zuschauer nur noch Beifall klatschen kann ob der Zaubervorstellung, die da geboten wird.
Dass dann Ahnungslosen ein Dritthund aufgeschwatzt wird, damit die seltsamen Rudelstellungsfantasien befriedigt sind, ist doch grob fahrlässig. Geht aber ganz mit dem Vorgehen der Rudelsteller-Gurus konform. Dabei ist sie selbst ganz eingenebelt von der Theorie. Hat sie in der ersten Staffel (ich habe sie in Form eines Leserbriefs auf diese Dinge aufmerksam gemacht) selbst noch herumkrakeelt, dass der Mensch die Führung bzw. die Rolle des Leithunds übernehmen muss, sagt sie nun, dass ein Hund, der Leithund ist, nicht zu unterwerfen sei. Wie passt das nun zusammen? Es gibt von Geburt an irgendwelche Stellungen im „Rudel“ – auch wenn Hunde semi-solitär sind (von den Begründern dieser Theorie sind lose Verbände per se als asozial zu betrachten; wie dumm nur, dass Hunde keine festen Rudelstrukturen haben und somit so gut wie immer asozial wären – noch dazu sind mittlerweile die Menschen deren Sozialpartner!) -, die schon die Welpen beim Saugen an der Zitze anzeigen. Sie hat diese Ansichten nun übernommen und weiß also, dass der Mensch so oder so kein Leithund sein kann, allerdings doch irgendwo, wenn der Hund, den sie haben, kein Leithund (sie nennt es „Zentralhund“, bei den Rudelstellungstypen ist es ein „Mittlerer Bindehund“) ist…? (Und nein, Boomer wollte das Mädchen nicht maßregeln, er wollte spielen. Wie das ein zehn Monate alter Hund so gerne macht! Frau Nowak hat ihm das ganz einfach abgewöhnt, mit ihrem Folter-Halsband, dem Illusion-Collar von Cesar Millan nachempfunden. Meine Güte, lüg doch nicht so! Von wegen, das sei nur Präsenz!)
Was mache ich nur mit meinem Akuma, der keine Geschwister hatte und so nie in diese Theorie reinpasst?

Dass wie immer nicht auf die Bedürfnisse des Hundes eingegangen wird, Maja Nowak sich jeder Art von Gewalt bedient, so tut, als würde sie nicht konditionieren (und siehe hier: „Kommunzieren statt konditionieren?“), muss ich gar nicht mehr ausführen. Wirklich traurig. Stresshecheln und Schütteln werden als „Verarbeitung der neuen Situation“ betitelt, gleich Millans „Entspannung“ bei Hunden, die nur noch dicht machen.

Sehr entzückend auch ihre konditionierten Strafsignale. Da wird der Hund während der ersten Zischlaute gestübert oder weggerempelt/-geschoben bis im Hundehirn angekommen ist, dass diese Laute eine Strafe ankündigen. Wiederum ist sie hier in der operanten Konditionierung, die gute Frau Nowak, was sie aber immer noch nicht wahrhaben will. Sie verklärt das mit ihrem Rudelgeplappere natürlich, sodass der ein oder andere ihr den Scheiß glauben wird. Es nervt.

Irgendwo wäre es sicherlich einfach nur lachhaft, wenn man seit Millan und Nowak nicht tatsächlich Leute draußen „Rudelführer spielen“ sehen würde. Da wird gezischt, ge“toucht“, gestübert, gewürgt (nein, es ist ja kein Würgen, sondern nur ein „Herausreißen“), geruckt und bedroht, was das Zeug hält. Willkommen zurück ins finstere Mittelalter der Hundeerziehung! Nein, sie wirft nicht alpha, nein, sie schreit die Hunde nicht an, und auch Strom wird bei ihr nicht eingesetzt, dafür aber werden Hunde bedroht. Ständig wird auf den Fehler des Hundes gewartet und geblockt, wo es nur geht. Dabei ist die Körpersprache der gezeigten Hunde sehr deutlich. Sie empfinden diesen Block (–> zum Blocken selbst – und sollte gleich noch gut aufzeigen, warum diese ganze Leithund-Analogie für die Katz ist!) eben als Bedrohung, wunderbar für jeden an Rute und Ohren zu erkennen (interessant zu sehen, wie die Hunde selbst beim Halter in kürzerster Zeit ins Meideverhalten verfallen..). Das ist NICHT gewaltfrei. Das ist sogar wirklich schäbig. Und obendrein auch noch gefährlich! Solange man das Ganze bei gutmütigen Hunden anwendet, dürfte es nicht nach hinten losgehen, aber ich höre mindestens wöchentlich von Fällen, wo genau solche Methoden ernsthafte Situationen ausgelöst haben, weil es mit der Zeit im Hund gärt. Vornehmlich bei den Nordischen, weil ich damit viel Kontakt habe und weil das nun einmal Hunde sind, die man nicht ständig bedrängen und gängeln kann. Tipps wie drohende Hunde noch weiter zu bedrängen, damit sie keinen Erfolg mehr haben, sind dann nicht nur mehr gefährlich, sondern richtig dumm! Den Hund dann noch in ein dümmliches, wissenschaftlich unhalbares Rudelstellungskonzept zu zwingen und ihn dabei ständig körperlich anzugreifen – diese Stüber sind doch wirklich nicht gewaltfrei! -, ist nahezu unerträglich.

Und genau deshalb muss ich solche Hunde“trainer“ scharf kritisieren. Weil das nun einmal brandgefährlich ist, gefährlicher als ein verwöhnter Hund.
Das gezeigte „Wegschieben“ in der ersten Folge der zweiten Staffel kann so etwas bewirken – ein Hund, der bei schnellen Handbewegungen unvermittelt beißt (in Kombination mit Drohgebärden nicht ernstnehmen. Denn wozu noch drohen, Menschen übergehen diese Drohung sowieso!):
Bild

Unverständnis nervt.

Guckt man sich in einem großen deutschen Hundeforum so um, wird derzeit darüber geschrieben, welche Unwörter der Forenschaft einfällen.

Es werden hierbei auffällig „viele Werkzeuge der positiven Verstärkung“ (bin gespannt wie lange es braucht, bis das in der Liste landet!) genannt. So kommt am laufenden Band „Zeigen & Benennen“; mit der Begründung, dass es als Allheilmittel verkauft wird. Ich weiß zwar nicht wo das geschieht und wer das tut, aber es herrscht scheinbar eine Riesenangst davor. Warum man vor einer Technik Furcht hat, die dem Hund eine adäquate Alternative zum Ausrasten bietet und dabei noch auf den Grund der (Leinen)-Aggression oder Angst eingeht, ist mir überhaupt nicht verständlich.

Clickersalve und „ShaRpen“ (also Shapen – und „Sharpen“ lese ich da nicht zum ersten Mal!) war auch dabei, wobei die Kritiker selbst nicht wussten, was das sein soll. Kein Wunder, dass der Begriff nervt…

Clickern und Markern waren generell sehr beliebt bei dieser Befragung, obwohl ich mich ehrlich frage warum. Seit man mich entfernt hat, gibt es keine Diskussionen dieser Art mehr, warum sollten also einem diese Begriffe missfallen?

Weil es ja noch „mehr“ gibt. Sicher.

Aber am „besten“ war die Aussage, dass der Leinenruck in Verbindung mit Gewalt das Unwort überhaupt ist. Man ist ja wohl nicht gewalttätig, wenn der „Köter“ (!) in die Leine rennt und man mal kurz „zupft“, damit das Hirn aktiviert wird!

Ja. So viel dazu. Schade, dass ich das nicht mehr kommentieren kann.

Gute-Nacht-Geschichte

„In Wahrheit bist du sicherlich nicht so positiv mit deinen Hunden!“ (+ wahlweise, „Weil es nicht möglich ist!“)

Geneigter Leser, ich muss dich enttäuschen – genau so ist es.
Du magst den Eindruck haben, dass ich „lalala“-singend heititeigutschigu vor mich hinschwebe, aber dem ist nicht so. Ich bin ja trotz allem noch ein fehlerhafter Mensch, der in der wirklichen Welt lebt. Auch ich bin mal angekotzt, schlecht gelaunt, traurig, krank oder frustriert.

Allerdings betreibe ich doch nicht den ganzen Aufwand, verschwende meine Lebenszeit und diskutiere, nur um ein bisschen herumzutrollen.
Wer würde sich all das Wissen um belohnungsbasiertes Training aneignen, nur um es dann NICHT zu machen? Was hätte ich davon?

Überlege doch einmal. Vielleicht ist es wahr, auch wenn du es dir nicht vorstellen kannst?

Ich bitte dich herzlich, dieses Totschlag-Argument für dich zu behalten. Auch muss ich mit meinen Diskussionspartnern nicht so umgehen wie mit meinen Hunden, nur damit ich „authentischer“ für dich bin. Ich kann dich nämlich nicht bedrüfnisorientiert belohnen, weil ich dich nicht kenne und du – Gott sei Dank – nicht mit mir zusammenlebst.

Ich wünsche dir was, geneigter Leser!

Der kleine Unterschied

Eine der meistgelesenen Aussagen überhaupt:
„Wenn ich nicht auf die Ausführung eines Signals beharre, dann tanzt mir der Hund doch irgendwann auf der Nase herum!“ – gerne als „Konsequenz“ bezeichnet.
Dabei kann es gut und gerne geschehen, dass der schlaue Hund sich denkt, welch eine Fehlentscheidung die gute Mutti oder der tolle Vati da mal wieder trifft und es passiert genau das, was die ach so Konsequenten vermeiden wollen: Der Hund nimmt einen nicht für voll, weil er die Sinnhaftigkeit dieses durchgesetzten Signals doch anzweifelt.

Anführer ist nur, wer sinnvolle Entscheidungen zum Wohl der Gruppe trifft und kein Diktator, der jede noch so stumpfsinnige Sache durchsetzt, weil er der Alphahorst ist.

Es ist wahrlich eine Offenbarung, die Kirche im Dorf zu lassen und das Nichtausführen eines Signals ungetadelt stehen zu lassen und es später unter besseren Bedingungen noch einmal zu versuchen – oder aber das Signal einmal zu hinterfragen oder gar neu aufzubauen, den Fähigkeiten des Hundes entsprechend. Oder aber zu akzeptieren, dass auch der Hund einen schlechten Tag haben könnte.
Wenn man das tatsächlich versuchen sollte, könnte man ja erfahren, dass ein späterer Versuch von Erfolg gekrönt ist und der Hund einen nicht weniger ernst nimmt als zuvor. Vielleicht ist überdies das Gegenteil der Fall.
Ich gängle den Hund nicht permanent und das könnte wiederum zu einer Verbesserung der Beziehung führen.

Geht es euch nicht auch so, dass ihr extrem genervt von Mitmenschen seid, die euch immer wieder etwas aufzwingen wollen, was ihr für extrem blöd befindet? Auch wenn sie ja die Weisheit mit Löffeln gefressen haben und nur euer Bestes wollen (Ich weiß, dass ihr es seid, da ihr mir das gaaaanz oft so sagt)?

Mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass ihr diese Menschen aus eurem Leben verbannen könnt, der Hund euch aber ertragen muss?

In diesem Sinne,

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