„Die Hundeflüsterin“: Und weiter geht’s!

Jetzt, da mein Lieblings-Mexikaner derzeit ausgesendet hat, brauche ich ein neues „Opfer“. Nein, ernsthaft. Frau Nowak steigert sich in dieser Staffel *gewaltig*.

TEIL 1: DER SCHNAUZER-WELPE
Ich möchte mit der sehr grenzwertigen Aussage der Halterin beginnen:
„Das hätte ich auch gerne – dass mein Hund kommt ohne dass ich immer viel Leckerchens [sic] dabei haben muss, sondern einfach so.“

Im Prinzip gibt sie sich ja die Informationen schon selbst. „Einfach so“ ist nicht. Auch nicht, weil man als Mensch so toll ist. Gibt Hunde, die den sozialen Kontakt zu ihrem Menschen fast über alles stellen, gibt genügend Hunde, die gerne eine andere Bezahlung hätten. Die tolle Leittier-Ausstrahlung ist da eher so beliebt wie ein Zahnarzttermin.
Man muss auch nicht immer viele „Leckerchens“ dabei haben, aber für den Anfang ist so eine Futterbelohnung in reizarmer Umgebung doch eine super Motivation: Das Schnauzer-Mädel geht aber lieber interessanten Dingen nachjagen, denn Frauchen ist ja eher langweilig. Es hat sich schon vieles zwischen Hund und Halter ritualisiert, besonders die Langeweile und der darsus entstehende Frust.
Woher der Wunsch kommt, dass die Hündin, die ein Welpe von drei Monaten ist, einfach so kommt, ist mir schleierhaft. Zuträglich ist, „Wirst du wohl herkommen!“ natürlich auch nicht.

Ich weiß, ich weiß. Gleich kommt der „Futterautomat“-Einwurf, der Hund würde ohne Leckerlis ja dann nie kommen. Muss er doch auch gerade am Anfang nicht. Am Anfang muss er erstmal auf Signal eine relativ komplexe Handlungskette verstehen und ausführen lernen und dies sollte hochwertig bezahlt werden, am besten jedes Kettenglied separat. Und bitte in reizarmer Umgebung, damit sich der Hund nicht selbst belohnt für’s Abhauen. Man sollte sich als Hundehalter unbedingt klarmachen, dass Hunde Kontextlerner sind, das bedeutet, dass sie situativ, lokalgebunden lernen und schlecht generalisieren. Außerdem muss ein Signal erfolgreich ca. 7000 Mal ausgeführt werden, bis es beherrscht wird, dazu muss das Timing stimmen und die Belohnung sollte attraktiv bleiben (Nein, man muss nicht immer ein Steak verfüttern!). Die Angst abhängig vom Leckerlibeutel zu sein, wurde geschürt von Trainern wie Maja Nowak, die suggerieren, dass Leithunde/Schäfer/Obdachlose/richtige Hundler sowas schließlich auch nicht brauchen. Es gilt mittlerweile schon wieder als Makel, seinen Hund belohnen zu wollen.
Um die positive Verstärkung zu diskreditieren, ist auch keine Behauptung zu dreist und dumm, um bemüht zu werden.
Hunde würden übergewichtig werden, weil Menschen ja natürlich zu dumm sind, Leckerlis vom Futter abzuziehen, oder es keine andere Belohnung außer Futter gibt!
Hunde würden sich gegenseitig auch nicht füttern – natürlich. Hunde leinen andere auch nicht an und rufen sie auf Signal zurück.
Hunde würden mit Leckerlis bestochen – na klar, ich winke stets mit dem Steak…


Die Beißhemmung
Ist denn den Experten von heute nicht mehr bewusst, dass ein Welpe erst noch die Beißhemmung erlernen muss? Statt mit aufgerissenen Augen dem Fernsehzuschauer zu vermitteln, dass das Geknabbere des Hundes ein „No Go“ ist, könnte ma(n)ja zur Abwechslung erklären, woran das liegt. Und nicht wieder Herum“korrigieren“, sondern dem Hund zeigen, was erwünscht ist. Man wird es ja nicht glauben, aber Clickern könnte helfen, dem Hund zu zeigen, dass NICHT hineinbeißen lohnenswert ist, indem man die Momente vor dem Zuschnappen clickert.
Beißhemmung kann man auch beibringen, indem man das Spiel abbricht, wenn der Hund zu heftig im Spiel zuzwickt, oder man gibt einen alternativen Kauartikel und markert, wenn der Hund sanft kaut. So lernt er, dass sanftes Knabbern situationsbedint in Ordnung ist. Ich persönlich spiele gerne mit meinen Gliedmaßen und Hundemäulern. Sogar bei ex-bissigen Hunden geht das. Dabei verstehen die Hund genau, wenn ich ein „Au“ sage, meist wird die Stelle beleckt und der Hund ist dann viel sanfter.
Und oft wird vergessen, dass eine hohe Erregung schuld an zu festem Zwicken sein kann, hierzu könnte ich den Hund ja wieder durch konditionierte Entspannung oder eine Spielpause herunterfahren.
Dass das Schnauzer-Mädel in die Flexileine beißt, hat für mich nicht einmal etwas mit nicht vorhandener Beißhemmung zu tun, sondern schaut in diesem Fall stark nach Kompensation aus. Vielleicht Frust? Vielleicht zu viel Energie?
Frau Nowak aber setzt lieber auf Unterdrücken des Verhaltens statt ein adäquates Betragen zu fördern…

Ach ja, und die Schnauzer-Besitzerin findet Maja Nowaks Erziehungsstil so toll, weil sie ja Hündisch spricht und so möchte die gute Frau es auch für ihren Hund. Denn mit ihren Kindern spricht sie auch nicht Erwachsisch, sondern Kindisch.
Hallo? Die kognitiven Fähigkeiten eines (erwachsenen!) Hundes sind mit denen eines Kleinkindes vergleichbar. Nehme ich als Erwachsener einem Kind die Schaufel aus der Hand, mit der es nach mir geschlagen hat und donnere ich sie auf dessen Kopf, weil Kinder so miteinander umgehen? Nein, mache ich nicht. Da werde ich mit einem so jungen Hund wohl nicht so umspringen, wie Hunde untereinander!
Aber Hauptsache sie muss nicht mit Leckerlis bestechen! So!

Nun zu meinem Lieblingsteil:
Schnauzer-Mädel in einem unbekannten Gebiet. Orientiert sich an Fauchen. Und Frauchen nutzt das nicht aus, weil der Hund soll so kommen und folgen. Hier hätte man doch wunderbar ansetzen können fürs Rückruftraining…
Nein, stattdessen wird die junge Hündin zum „hinteren Leithund“ gerudelgestellt. Nun muss sie hinter dem Menschen laufen, weil das so ist. Ich schirme meine Hunde situativ auch mal nach vorne hin ab, aber nicht, weil sie von Geburt an hintere Leithunde wären…
Ab hier wird dann wieder „kommuniziert“, was ds Zeug hält. Block/positive Strafe –> Hund hört auf, geht ins Sitz und es wird negativ verstärkt, indem die Bedrohung aufgehoben wird. Nennt man dann nett „Freigabe“. Das Frauchen wird instruiert, wie man gut herumschiebt und gängelt. Großartig!
Allerdings, und wenn es auch eher Zufall ist: Ich glaube tatsächlich, dass die Rudelstellung, die Frau Nowak in ihr Reportoire aufgenommen hat, dem ein oder anderen Hund immerhin den Vorteil verschafft, dass der Hund auch mal etwas machen darf. Im Falle der Schnauzer-Hündin sind bestimmte Eindrücke immerhin erlaubt. Ich muss ja schließlich auch mal etwas Nettes sagen. Das schlaue Mädel merkt das auch sofort und nutzt das für sich. Lohnenswertes Verhalten wird beibehalten, also guckt sie nun verstärkt nach Autos. Nicht etwa, weil sie ein hinterer Leithund wäre, sondern weil es das einzige ist, was sie machen darf!

Ich mag es ja überinterpretieren… aber hat Frau Nowak sich einige Kritiken zu ihrer Person durchgelesen, dass sie jetzt neben Strafsignalkonditionierung auch Futter freundlich auflesen lässt? War in der ersten Staffel nicht zu beobachten, aber tut nichts zur Sache.
Einen Abstecher in die Sternzeichen gab es auch – alle „hinteren Leithunde“ sind die sensibelsten Hunde. Gleich den Menschen, die im Sternzeichen Krebs geboren sind. ALLE, versteht sich.
Und bitte, seid mir nicht böse – aber wie wenig hat Frauchen bitte bisher mit ihrem Mädel gemacht, dass sie so begeistert ist, dass der Hund diese Sachen so schnell kapiert? Ich erlebe ja auch selbst oft, dass Menschen plötzlich Spaß am Training entwickeln, weil sie merken, dass ihr Hund doch nicht so scheiße ist.
Bestärkt mich in meiner Annahme, dass die Wahrnehmung des Menschen meist das Problem ist und worauf er sein Augenmerk legt. Und deshalb bin ich ein Fan der positiven Verstärkung und des Clickertrainings geworden, weil man dadurch die Stärken seines Hundes kennenlernt und diese gezielt fördert und somit Grenzen setzt und Strafreize immer mehr an Bedeutung verlieren.

Ich bin übrigens gar kein Freund von „Futter verdienen müssen“. Ich mache sehr viele Beschäftigungen über Futter bei meinen Hunden, allerdings lege ich großen Wert darauf, dass sie abends irgendwann einen Teil davon zumindest in einer Portion in entspannter Atmosphäre zu sich nehmen. Ich finde dieses Ritual gerade für stessanfällige Hunde sehr wichtig, außerdem ist die Nahrungsaufnahme ein Grundbedürfnis, also sollen meine Hund (auch meine Gäste) dafür nicht arbeiten müssen.
***An dieser Stelle betone ich – ich arbeite bei futteraggressiven Hunden gerne über die Handfütterung. Das heißt bei mir aber lediglich, dass die Hunde ihre Mahlzeit statt aus dem Napf am Abend aus meiner Hand bekommen, an einem Stück, ohne etwas dafür zu tun!***
Das kann ein jeder halten wie er will, viel interessanter ist aber, dass die junge Schnauzer-Hündin bereits gedrillt wird und schon anfängt zu meiden und gehemmt buckelnd herumzulaufen, weil Frau Nowak das Futtersuchen solange tabuisiert, bs sie es freigibt. Damit der Hund „gehorchen lernt“. Dabei wirkt mir die lebhafte Hündin eingeschüchtert.

 

TEIL 2: DIE EINÄUGIGE MISCHLINGSDAME
Ich musste fast schon ein bisschen Schmunzeln. Ein „Hofhund“ (so in der Sendung gesagt!), der seinen Hof bewacht. Wo gibt es denn sowas? Die Besitzerin ist völlig von der „Aggressivität“ ihrer Hündin überrollt und kann es scheinbar gar nicht fassen. Wie kann dieser Hund nur einen Fremdhund durch Zähneblecken und Bellen vertreiben wollen?

Die beiden „Hofhunde“ werden mit Stromzaum vom Abhauen gehindert, was mich ja schon wieder nicht wundert. Ganz ehrlich bin ich doch ein bisschen betroffen und traurig, wie manche ihre Hunde „sichern“.

Der souveräne Zweithund, ein ruhiger „Leithund“ (Ein nowakischer Leithund oder ein Rudelstellungs-Leithund?), bestätigt laut Frau Nowak die „kleine Terroristin“ indirekt, indem er sie machen lässt, er müsse sie aber mal so richtig disziplinieren. Tja, vielleicht tun das „Leuthunde“ gar nicht? Weil es ihm egal ist, was seine Gefährtin macht, solange er alle seine Freiheiten weiterhin genießt. Wieder einmal zeigt sich, dass Hunde sich ihrer Befindlichkeiten gemäß ausdrücken und nicht ganzheitlich erziehen!
Die Höhe ist aber, dass der „Biss“ in den Rücken von Frau Nowak zur „Maßregelung“ ernannt wurde, obwohl er eindeutig zum Umgang zweier vertrauter Hunde gehörte! Vor allem… es war völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Was wollte der Hund denn angeblich maßregeln? Es war eine völlig neue Situation und die Hündin hat NICHTS getan, außer sich zu bewegen. Und warum setzt der „Leithund“ seine Maßregelung nicht durch? Wenn Yoma einem Junghund klarmacht, dass er etwas nicht mag, dann zieht er seine „Maßregelung“ durch, ohne Wenn und Aber.

Nebenbei: „Terroristin“ – welch ein Vokabular! Als ob so eine Konnotation nicht schon den Fokus auf alles Schlechte schiebt!

Ach nein. Frau Nowak. Sie nennt das Problem der Hündin Kontrollverlust, ist aber ganz erschüttert, dass eine der Halterinnen ihre Mischlingsdame unsicher nennt. Vielleicht darf ich die gute Frau Trainerin mal aufklären. Hunde, die kontrollieren, wenn man das so nennen will, sind unsicher! Ein souveräner, wesensfester und ausgeglichener Hund kontrolliert nicht. Hat er nicht nötig. Auch Hunde, die vielleicht weniger souverän sind, aber gelernt haben ihren Menschen und ihrem Umfeld zu vertrauen, können sich entspannen und müssen die Situation nicht kontrollieren.
Wann endlich verabschieden sich die Leute von ihrem Denken, Hunde seien einem „Diktator“ (so wird es auch in der Sendung genannt) gleich? Was hätten sie denn davon? Hunde sind nicht machtbesessen, zumeist können sie damit nicht einmal umgehen und es überfordert sie.

Ganz entscheidend ist hier, dass die Hunde nur nebenbei herlaufen. Es ist doch völlig klar, dass sie sich eine Beschäftigung suchen. Während der Rüde von sich aus ausgeglichen ist und den Tag über entspannt, ist der Hündin hingegen schlicht und ergreifend langweilig und so hat sie sich eben Aufpassen als Beschäftigung gesucht. Der Hund soll ja aufpassen und das macht er hervorragend. Und wie soll ein Hund außer mit artüblichen Ausdrucksverhalten aufpassen? Mit Trillerpfeife und Warntafel?

Und wieder eine kleine erfreuliche Sache: Die Trainerin sagt, dass es in Ordnung ist, wenn die Hunde ihren Job machen, der Mensch dies zur Kenntnis nimmt und dann lobend übernimmt. So zumindest die Theorie. Ich würde unterschreiben, sofort.
Die Umsetzung aber geht natürlich wieder über das bekannte Blocken, dann plötzlich ist das vorher gepriesene Leithundgetue des Rüden doch nicht mehr so toll, weil es die Mischlingsdame aufstacheln würde. Aber was denn nun? Normalerweise müsste doch laut Rudelstellung und Frau Nowak das Übernehmen durch den Leithund die Situation auflösen und nicht noch hochschaukeln!

Der Abschuss aber ist nun, und das finde ich hochgradig gefährlich bis verantwortungslos, dass der Beagle, der zuvor immer von der Hündin verscheucht wurde, aufs Gelände gelassen wird. Ja, alle sind an der Leine. Der  Rüde versteht sich mit der Besuchshündin prächtig. Die „Terroristin“ stellt den Kamm auf und wird zunehmend erregt. Da gibt Frau Nowak den Tipp, die Block auch engerigeladener zu gestalten, weil sie so aufdreht. Oh ja, seien wir selbst ein bisschen aufgeregt, bei einer bereits erregten Hündin, die gerade eine Fremdhündin auf ihrem Hof zu erdulden hat!
Block, Stampfen, Einschüchtern. Die Hündin mit angelegten Ohren und hebt das Pfötchen. Mir tut das Tier wirklich leid. Immerhin wird die Distanz zwischen beiden Hündinnen vergrößert und sie werden nicht zusammen gelassen.
Diese Hunde sind allesamt ausgesprochen gutmütig. Wie beim Mexikaner ist da kein einziges Tier dabei, das ein wirklich alarmierendes Verhalten an den Tag legt und so klappt die Stüberei und Blockerei tadellos.

Gassigehen. Nein, die Halterin wird von ihrem Hund nicht gemaßregelt. Müsste ja einen Vorteil für den Hund bringen in dieser gezeigten Situation. Gibt aber keinen.
Wieder Zischen und Bedrohen. Dieses Mal zeigt die Hündin aber, was sowas mit Hunden tut. Sie will nicht mit der Trainerin mitgehen. Gut, fairerweise gibt es Hunde, die nicht so recht mit Fremden mitgehen möchten, allerdings hat sie sich vorher auch von Frau Nowak führen lassen. Und bevor sie angezischt wurde, wollte die Hündin auch aus dem Haus!

Die Hundedame möchte übrigens dann auch auf dem „Lehrspaziergang“ nur eines: Nach Hause. Spricht doch für den unsicheren Hund, den ich da wirklich durchgehend sehe. Alleine, dass sie sich so dermaßen von dieser Gängelei beeindrucken lässt. Ein wahrer Terrorist geht doch da auf Konfrontation, ein gelassener Hund ignoriert, aber diese Hündin ist völlig eingeschüchtert.

Wieder einmal – was haben die Leute da für tolle, nette, aufmerksame Hunde? Warum wird mit denen nichts gemacht? Warum muss da eine Frau Nowak alles verschlimmbessern? Geht mir nicht in den Kopf. Mein anfängliches Schmunzeln ist komplett weg.

Auch, dass der Hund nun leinenlos konstant hinter einem geführt wird, empfinde ich nicht als Gewinnung von Lebensqualität. Da braucht man sich auch nicht der losen Leine rühmen.

Anmerkung: Flexileine und Halsband zusammen als Spaziergang: Geht gar nicht. Eine der beiden Halterinnen ist Tierärztin. Unverwantwortlich.

 

TEIL 3: DER SCHÄFERHUND-COLLIE-MISCHLING
Mein erster Impuls in dem Radiostudio. Mach die Tür zu! So kann der Hund einfach nicht ungefragt andere Hunde bedrängen. Ganz einfach. Natürlich ist das keine Lösung des Problems, aber es ist doch vermessen zu glauben, dass die übliche Hemmerei von Frau Nowak allgemeingültig den Hund ummodeln wird.

Da ist er übrigens schon wieder! Der „fromme“ Wunsch der Halterin, dass der Hund seinen Menschen (sie nennt es Rudel…) folgt. Einfach so. Dabei interessiert sich der 2-jährige Mischling eben für andere Hunde. Da ich selbst so einen Hund hatte, weiß ich, dass das durchaus anspruchsvoll sein kann. Yoma war bei Hundesichtung – und das konnten 500 Meter sein – weg. Ich habe lange gebraucht, um einzusehen, dass Schleppleine eine gute Möglichkeit gewesen wäre, ihn erstmal daran zu hindern, sich ständig selbst zu belohnen. So ungefähr wäre hier die geschlossene Tür des Radiosenders eine erste Lösung gewesen. Immerhin habe ich  nach meinem Crossover schnell begriffen, dass ich bedürfnisorientiert belohnen muss, um Yoma auf lange Sicht dazu zu bekommen, nicht mehr unkontrolliert auf andere zuzulaufen und vor allem wieder mit mir mitzugehen. Er war der Typ Hund, der den netten Artgenossen bis zum Haus begleitet hätte. Hätte ich es mir damals nicht selbst versaut, wäre das auch wesentlich schneller gegangen. Heutzutage haben wir diese Probleme nicht mehr, es kommt alle paar Monate vor, dass er vielleicht ohne meine „Freigabe“ hinläuft. Momentan kann ich mich gar nicht mehr an die letzte Situation erinnern.
Meine damaligen Blocks und Regeln haben bei Yoma übrigens das Ausbrechen aus diesen noch gefördert. Ein Shiba eben.

Nennenswert ist aber, dass dieser vorgestellte Fall schon in Staffel 1 gezeigt wurde. Vielleicht war der ja so toll, dass er im Nachhinein nochmal rudelgestellt werden musste?
NEIN, die Höhe und ich bin wirklich geplättet ob der Verarsche, die man bereits vermutet hatte! In der Folge damals wurde der Hund als angreifender, gefährlicher Hund dargestellt, obwohl allen Beteiligten klar war, dass dem nicht so ist. Ich muss noch einmal suchen, ob ich meinen damaligen Kommentar noch finde.
Wird in der gestrigen Folge auch so erklärt, er würde bedrängend sein, aber freundlich gesinnt. Es war also den Verantwortlichen BEWUSST und das Herzschlag-Experiment nur Inszenierung, damit man stolz auf die Bestienzähmung sein kann. So geht Fernsehen auch bei den Öffentlich-Rechtlichen. Dog Whispering nach Millan 2.0!

Was für eine FRECHHEIT!

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8 Kommentare zu “„Die Hundeflüsterin“: Und weiter geht’s!

  1. Hallo Tanja, dem was du schreibst ist nichts hinzuzufügen…besser hätte man eine Stellungsnahme nicht formulieren können. Ohne groß „rumzuschleimen“ – finde ich es toll, dass du wieder einmal deine Zeit in das Schreiben eines „Aufklärartikels“ gesteckt hast….Mach weiter so – ein kollegiales „Dankeschön“ 🙂 LG Regina

  2. Vielen Dank für deine Blogbeiträge!! Lese ich echt gerne!!!
    Wobei ich mich hin und wieder frage, weshalb du dir diese „Hundeflüsterer“ ansiehst 😉 ich hab nicht viel Ahnung von Hundeerziehung (von positiver Verstärkung auch noch(!) nicht, aber gerade „der nette Mexikaner“ (die Beschreibung ist so genial!!) bringt auch mich hier zum Verrücktwerden. Hier muss ich mir nun auch das Rudelstellungs-Zeug anhören.

    Ich hab aber eine Frage zu: „allerdings lege ich großen Wert darauf, dass sie abends irgendwann einen Teil davon zumindest in einer Portion in entspannter Atmosphäre zu sich nehmen. […] außerdem ist die Nahrungsaufnahme ein Grundbedürfnis, also sollen meine Hund (auch meine Gäste) dafür nicht arbeiten müssen.“
    Morgens gibts hier das Nassfutter einfach in den Napf, aber das Trockenfutter abends ist sie so nicht. Ich hab das Gefühl, es ist ihr zu langweilig. Wir haben verschiedenes Futter durchprobiert, die ersten ein zwei Tage frisst sie es und dann wieder nicht mehr. Egal bei welchem Trockenfutter, Wenn sie aber dafür etwas machen darf, isst sie es besser. Wir tricksen abends ein bisschen oder ich gebe es ihr in einen Futterball. Ich kann ihr auch den Napf mit Trockenfutter hinstellen und daneben den Futterball legen, sie schnüffelt kurz am Futter und spielt dann mit dem Ball.

    Ist das „falsch“? Ich möchte nicht, dass meine Hündin sich ihr Futter verdienen „muss“. Aber ich habe es bisher auch nicht als verdienen müssen gesehen, denn wir machen ja nur schöne Sachen, spielen etc.

    Liebe Grüße!!

    • Mich mit diesen TV-Gestalten auseinanderzusetzen, hilft mir zu akzeptieren, dass ich sie nicht aufhalten kann. Und ich kann nur kritisieren, was ich auch gesehen und verstanden habe. Deswegen.

      Wenn du das Futter durch’s Spielen interessanter machst, dann ist dagegen überhaupt nichts einzuwenden! Du zwingst sie ja damit nicht zu irgendeiner Interaktion mit dir, sie macht es ja freiwillig, weil’s ihr Spaß macht. Ich wollte nur stark abgrenzen, dass ich nie wieder meine Hunde zur Motivation zwingen würde, weil es „Futter nur für Leistung“ gibt. Das ist alles. Diese Futtererpressung wird manchmal „Handfütterung“ genannt.

      • Achso. Verstehe ich irgendwie.

        Danke für deine Antwort!! Ok, super!
        Ah ok, ich versteh was du meinst.

  3. Stimmt, Du hast recht. Da wurden einige Folgen wiederholt und mit diesen Rudelstellungsphantasien aufgepeppt. Die „Erziehungsmaßnahmen“ von Maja Nowach blieben natürlich gleich, war ja ’ne Wiederholung. Was für eine – im wahrsten Sinne des Wortes – billige Verarsche. *lol*

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