Qualitätsiegel: 1000 Jahre Hunderfahrung?

Wirklich in jeder Diskussion über Hundeerziehung kommt irgendwann mindestens ein Mensch, der sich brüstet, schon 30 Jahren Hundeerfahrung zu haben. Manche toppen das mit 40 Jahren, aber da ist dann meist Schluss, denn einem 70-jähirgen Greis traut man dann doch nicht mehr zu, allzu fit mit Hunden unterwegs zu sein.

Eine ganz einfache Überlegung meinerseits brachte mich zu folgender Erkenntnis:
Nehmen wir einen normalen Hund, der wird im Schnitt 10 Jahre. Gleichen wir jüngeres Dahinscheiden aus und schenken diesen 30-Jahre-Erfahrungsmensch noch einen extra Hund, alleine weil er vielleicht nicht alle von Welpenbeinen an hatte. Oder mal einen kleineren Hund, der 15 Jahre alt wird. Bei 30 Jahren Hunderfahrung machen das ca. 4 eigene Hunde.
Nun hat der Experte vielleicht zwei bis drei Hunde gleichzeitig, also seien wir gnädig und geben ihm 12 Hunde. 3 Pflegehunde setze ich obendrauf.
Mach summa summarum 15 Hunde, die dieser Mensch höchstens betreut hat. Gassibekannschaften zählen nicht. Jeder Hundetrainer oder Mitarbeiter im Tierheim übertrifft diese Erfahrung jährlich, wenn wir herunterrechnen, dass Trainer und Pfleger die Hunde nicht 24 Stunden um sich haben. Dafür begegnen den meisten Hundetrainern die Probleme und Verhaltensauffälligen von vielen Hunden verschiedenster Rasse geballt.

Wie gehaltvoll ist also der Erfahrungschatz dieser Menschen?
Wie sinnig ist diese Argumentation?

Sie dient zumeist als bloße Schutzbehauptung oder aber Angeberei. Ein Mensch kann noch dazu 30 Jahre lang etwas komplett falsch machen, ist zwar per definitionem erfahren, aber vielleicht sind es nicht die richtigen Erfahrungen?

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9 Kommentare zu “Qualitätsiegel: 1000 Jahre Hunderfahrung?

  1. Wie gehaltvoll ist also der Erfahrungschatz dieser Menschen? Wie sinnvoll? SEHR kann ich nur sagen !! Immer sinnvoller !! Ich kann mit Erfahrungen nicht geizen… Bin zwar nicht 80, aber immerhin schon 53 ;)) Wenn man nicht so eng denken würde, könnte man vielleicht noch was lernen…:))) Feinsten Abend allen Hundenarren wünscht die Lady.

    • Die Frage ist eben, und die habe ich gestellt, ob da 30 Jahre lang die RICHTIGE Erfahrung gemacht wurde. Je nach dem ist sie gehalt- und sinnvoll oder eben nicht.

      • Ich habe auch schlechte Erfahrungen gemacht ! Das gehört leider dazu. Auch die Kynologie ist in ständiger Entwicklung . Bloch, Feddersen, Hackbarth, Wachtel , Ziemen und wie sie alle heißen sind nicht Unfehlbar. Ich mache sehr gern was ich tue und kann immer noch LERNEN! Im Training, Kursen, Seminaren und in meinen Hundegruppen! Mehr kann ich einfach nicht schreiben außer, das es MEINE Wahrheit ist!
        Viel Erfolg!

  2. Also ich *mitdemfingeraufmichzeig* 😉 hab 40 Jahre (bissi abgerundet, denn als Baby hab ich da möglicherweise doch nicht so viel von mitbekommen) Hundeerfahrung 😀 schließlich hatten wir ja „immer schon“ Hunde. Noch dazu bin ich beim zweiten plus dritten eigenen Hund, beim siebten Pflegehund und beim hmzigsten Gasthund. So!!!
    Achja Hundeschule habsch auch – und die ganzen Hunde auf den veranstalteten Seminaren… *angeb* *kicher*

    In dem Buch „Judo mit Worten“ habe ich die perfekte Antwort auf solche Behauptungen gelernt. Ich sag dann einfach nur noch: „Ach was!?!“ Und zieh meines Weges. Eine Diskussion mit „das haben wir schon immer so gemacht!“s verbraucht zu viel Impulskontrolle und ist meistens sowieso Zeitverschwendung.

  3. Da wundere ich mich auch immer. Hab auch schon 23 Jahre Hundeerfahrung, dabei bin ich erst beim 2. Hund und der erste war zudem fast selbsterziehend. Wenn alle anderen genauso rechnen …

  4. Stimmt, das habe ich mich auch schon oft gefragt: Woher haben die eigentlich die ganzen Hunde, oder noch besser Hunderudel, her? Vielleicht sollte man den derart Erfahrenen mal die Frage stellen, mit wie vielen Hunden sie denn Erfahrungen sammeln konnten.

  5. Ich bin temperamentvoll. Mein Terrier auch. Und aus unseren temperamentvollen Gründen heraus reagiere ich nach eigenen 7 Jahren Hundeerfahrung und 36 Jahren Menschenerfahrung als junge Frau mit kleinem Hund auf dem Dorf, umgeben von haufenweisen „Tutnixen“ (die selbstredend alle frei laufen und machen dürfen was auch immer sie wollen, auch knurren und beißen und…) höchst allergisch auf den Spruch, der alte widerliche Knacker gegenüber mit seinen drei super unerzogenen Hunden, die null hören, null auf den Rückruf reagieren und herrlich vollgelabert und vermenschlicht werden, habe dreißig Jahre Hundeerfahrung. Ich bin leider aufgrund mangelndem Zen (noch?) nicht in der Lage, cool meiner Wege zu gehen (das kann mein zweijähriger Rüde besser). Ich MUSS beim momentanen Stand meiner mentalen Entwicklung antworten: „Und offensichtlich seit dreißig Jahren absolut keine Ahnung von Hunden.“

    Aber DANN geh ich. 😜

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