Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann: Schreckgespenst Konditionierung

Hundediskussionen sind bunt. Meist geben sich allerlei Menschen verschiedenster Schläge ein Stelldichein der Wortgefechte um Hundeerziehung. So unterschiedlich die meisten Ansätze auch sein mögen, meist schließen sich viele Richtungen gegen eine zusammen:

Die Clickertanten, die ihre Hunde zu hirnlosen Konditionierungsmaschinen degradieren. Die Wattebauschwerfer, die einzig nur dem behavoristischen Modell hinterherrennen und die das Bauchgefühl schon längst verloren haben. Die Grünschleifen, denen nicht bewusst ist, das Zwang zum Leben dazugehört und die gegen jeden Stress ein Bonbon („Leckerli“) werfen, während sie „Lalala“-singend durch den Wald tanzen.

Der Schwarze Mann
Ganz einfach ausgedrückt, ist die Konditionierung eine Form des Lernens, die mit einigen anderen Lerntheorien eng verzahnt ist. Wird einem Welpe von seiner Mutter gezeigt, welches Futter besonders genießbar ist, entscheidet der Geschmack des Hundekindes darüber, ob es diese Speise zu schätzen weiß und künftig fressen wird.
Die Grundprinzipien des Konditionierens habe ich bereits erklärt. Ein normales Maß an Konditionierung, die bei jeder Verhaltensmodifikation (sowohl operant als auch klassisch!) eine Rolle spielt, ist weder eine Gehirnwäsche noch eine roboterähnliche Programmierung („Reiz-Reaktions-Maschine“), die den Hund seiner Persönlichkeit beraubt. Man kann aus einem zurückhaltenden Typ keinen Draufgänger machen, aber z.B. kann man das Selbstbewusstsein eines Hundes stärken, damit er etwas aus sich herauskommt.

Es ist falsch, dass Hundeausbilder, die sich der Konditionierung bewusst bedienen, alle anderen Lerntheorien verneinen oder sie nicht berücksichtigen. Hundeausbilder, die sich mit dem Lebewesen Hund als solches beschäftigen, und deswegen ängstigende und unangenehme Ausbildungsmethoden ablehnen, betonen die soziale und individuelle Komponente eines jeden Hundes und achten stark auf einladende und freundliche Körperhaltung im Training. Sie gestalten die Aufgaben nach Neigungen und Fähigkeiten des jeweiligen Hundes und führen ihn gekonnt zum Erfolg. Auch wird wert auf soziale Kompetenzen gelegt und bei schwacher, geschädigter oder nicht vorhandener Kompetenz wird der Hund behutsam an diese herangeführt.
Gute Trainer verzichten hierbei auf das Lernen über Versuch & Irrtum, da gerade Hunde mit Verhaltensproblematiken dazu neigen, durch Ausführen des Fehlverhaltens diese noch einzuüben (vgl. hier).

Deswegen bedienen sich diese guten Trainer der Verhaltensmodifikation über bestimmte Quadranten der operanten Konditionierung und der Gefühlsebene auf Grundlage der klassischen Konditionierung. Es geht darum, dass der Hund sich gut fühlt und dadurch motiviert wird, Verhaltensweisen kreativ zu zeigen, für die er dann entsprechend belohnt wird – damit diese wiederholt gezeigt und verfestigt werden. Den Hund dabei verdummen zu lassen, ist nicht das Ziel. Er soll in einem förderlichen Umfeld lernen, selbst Strategien zu entwickeln und durch fehlerfreies Gestalten Erfolge spüren. Das führt im besten Falle zu einem selbstständigen, sozialkompetenten Hund, der eigene Lösungen anbietet und im Notfall auf die eingeübten, belohnten Verhaltensweisen zurückgreift. Diese trainierten Verhaltensketten sind quasi Sicherheitsnetze.

Ein Phänomen: Die Konditionierungsleugner
Diese Fraktion streitet ab, selbst zu konditionieren. Sie wollen ihr Augenmerk darauf legen, mit dem Hund so naturnah wie möglich zu kommunizieren. Dabei bedienen sie sich der eher holprigen verhundlichten Körpersprache und konzentrieren sich allzu oft auf „Verhalten tadeln“, indem sie ihrem Hund klarmachen, dass dies und jenes gerade nicht so toll war. Das erreichen sie über bedrohliche Gebärden und Laute, die sowohl klassisch wie operant konditionieren. Ohne es also zu wollen, bedienen sie sich dem Schreckgespenst der Konditionierung. Das ist auch unvermeidlich, schließlich begegnen sie einer Aktion mit einer Reaktion, um Verhalten zu ändern. Auch ein Ausbleiben von einer unangenehmen Konsequenz gehört zur operanten Konditionierung. Indem ich von außen richtungsweisend mit Konsequenzen auf einen anderen einwirke, auch sogenannte soziale Sanktionen wie Ausschluss aus der Gruppe sind lerntheoretische Strafen, ist das ein ein Teil der operanten Konditionierung: Ob bewusst oder unbewusst!
Mit Phrasen wie „Persönlichkeit statt Leckerli“, „Kommunizieren statt Konditionieren“ oder ähnlichen Konstrukten nähren sie die Angst vor der Robotisierung der Hunde durch den Menschen. Ihre Ablehnung beruht auf dem Unwissen, dem sie aufsitzen. Die Konditionierung ist ein natürlicher Prozess, der sinnvoll ist und dem niemand entkommt. Man denke nur an ein aufziehendes Gewitter, das uns dazu veranlasst, die Fenster zu schließen. Dieser Vorgang heißt Reizkontrolle und wird in der Hundeausbildung legitim genutzt, um Signale beizubringen. Aber auch in der Erziehung ohne bewusst ausgewählte Signale kommt sie täglich vor: Immer dann, wenn der Hund tut, was er soll oder lässt, was er nicht soll, nachdem man den Hund „erfolgreich über eine bestimmte Zeit erzogen hat“. Es liegt also nicht an unserer umwerfenden Ausstrahlung oder unserer konditionierungsfreien Kommunikation. Sondern an etablierten Konditionierungsprozessen, die wir unbewusst genutzt haben.

Besonders findige Trainer behaupten gar, dass die Konditionierung dem Hund die Wahl überlässt, einen Befehl zu befolgen. Dies widerspricht der eigentlichen Kritik vom hirnlos ausführenden Roboter, dessen Gehirn so gewaschen wurde, dass er keine Wahl mehr hat. Augenscheinlich meinen diese Zeitgenossen aber die Ausbildung über Leckerlis, die einen Teil der operanten Konditionierung darstellen kann. Wer belohnungsbasiertes Hundetraining mit Leckerlis gleichsetzt, dem sei dieser Artikel empfohlen.
Die Frage, die ich mir stelle, bleibt aber: Wie erreichen diese Trainer denn zuverlässigen Gehorsam?

Ich persönlich beobachte gerade, dass Hunde aus der Hand der „Kommunizierer“ bzw. der „Persönlichkeiten“, oftmals sehr gehemmt in der Zusammenarbeit mit dem Menschen wirken.  Hunde, die kaum eigene Ideen einbringen, weil sie viel zu oft für angeblich falsches Verhalten gerügt werden; ihre Kreativität wird geradezu unterdrückt. Für das, dass die Konditionierungsgegner eine Fremdbestimmung durch Konditionierung ablehnen, zeigt sich die Wirkung eben dieser bei gehemmt-eingeschüchterten Hunden besonders deutlich.

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Apportieren bringt man über operante Konditionierung bei. Macht es deshalb keine Freude? Oder ist ein Apport über positive Verstärkung gar schlechter als einer über „Persönlichkeit des Hundeführers“?

„Gemäßigte“ Hundeausbildung
Diese suggeriert, dass der Mittelweg der goldene ist. Dabei bedienen sich diese Menschen ganz bewusst aller Quadranten der operanten Konditionierung und behaupten, dass auch unschöne Konsequenzen zum Leben gehören. Das klingt zunächst logisch und kompromissbereit, in Wahrheit aber zielt diese Argumentation darauf ab, dass einer Erziehung oder einem Training, das auf Belohnungen basiert, aberkannt wird, sie/es setze Grenzen. Der Hund könne gar nicht lernen, mit Reibungen umzugehen, weil er nicht konfrontiert werden würde. Eine Ausbildung und Anleitung über betont positive Verstärkung sei quasi antiautoritär bzw. permissiv/laissez-faire.
Als Hundehalter bzw. -trainer greift man allerdings aktiv in die Entscheidungen des Hundes ein, auch wenn das über Clickern geschehen sollte. Der Hund erhält nicht nur Rückmeldungen auf gezeigtes Verhalten, sondern wird willentlich zum Zeigen eines bestimmten oder unbestimmten Verhaltens stimuliert. Aus diesem Verhalten kann ein Zielverhalten geformt werden oder aber es erhält keinerlei Bestätigung mehr. Grenzen werden dem Hund gesetzt, indem man ihm das gewünschte Verhalten beibringt und es als Regel etabliert. Auch wird der Hund mit stressauslösenden Reizen bekannt gemacht, allerdings versucht man innerhalb seiner persönlichen Leistungsgrenze zu bleiben und bevorzugt es, das Kennenlernen mit positiven Assoziationen zu verknüpfen. Dies beinhaltet meist eine adäquate Verhaltensweise zum jeweiligen Reiz: Der Hund lernt, wie er mit dem Stress umgehen kann, weil er nicht überfordert wird.
Diese Manipulation ist unumgänglich, wenn man Verhalten aktiv beeinflussen will, ganz gleich welche Art der Hundeerziehung man betreibt. Auch ein gemäßigter Trainer formt Verhalten, indem er Rückmeldung abgibt und Verhalten provoziert. Er bedient sich eben nicht nur der angenehmen Rückmeldung oder Stimulanz, sondern auch der unangenehmen. Er setzt meist Grenzen über Verbote.

Oft möchte sich der gemäßigte Hundeausbilder zusätzlich abheben, indem er die soziale Komponente anspricht, die er trotz Konditionierung nicht außer Acht lässt – er rät gerne zum Bauchgefühl.
Dabei entsteht eine gute Intuition genau dann, wenn Wissen die Basis ist. Mein Bauchgefühl mag sich nämlich gut und gerne mit meinem angehäuften Wissen verändern. Statt eines aggressives Abblocken am Essenstisch kann meine Intuition sich soweit verschieben, dem Hund beizubringen, wie er sich genau verhalten soll.

Viele gemäßigte Trainer sind aufgrund ihres (falschen) Wissens auch der Meinung, man müsse einen ängstlichen Hund ignorieren, um seine Angst nicht zu verstärken – das mache der Rudelführer instinktiv auch so. Obwohl bereits hinlänglich bekannt ist, dass dies nicht der Fall ist, beharren sie darauf. Hier setzt oft die Belief Perseverance ein. Überhaupt ist diese unleidliche  Debatte oft von Bestätigungsfehlern/Confirmation Biases bestimmt. Hier endet der Diskurs allzu oft und Spott und Hohn sind die Folge.

Das Schreckgespenst der Konditionierung bleibt als fahler Nachgeschmack zurück.

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Immer wieder hört man von der „Beziehung“ zwischen Hund und Halter. Eine angenehme Beziehung baut sich u.a. durch klassische Konditionierung auf. Weil der Hund sich gut in unserer Anwesenheit fühlt , z.B. durch Spiel, verstärkt sich die soziale Beziehung.

Eines aber wissen gerade gehirnwaschenden Clickertanten sehr genau: Gerade bei Angst ist der Social Support besonders wichtig. Deswegen ist das Argument, man würde den Hund zu irgendeiner Maschine degradieren, geradezu lächerlich.

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„Die Hundeflüsterin“: Und weiter geht’s!

Jetzt, da mein Lieblings-Mexikaner derzeit ausgesendet hat, brauche ich ein neues „Opfer“. Nein, ernsthaft. Frau Nowak steigert sich in dieser Staffel *gewaltig*.

TEIL 1: DER SCHNAUZER-WELPE
Ich möchte mit der sehr grenzwertigen Aussage der Halterin beginnen:
„Das hätte ich auch gerne – dass mein Hund kommt ohne dass ich immer viel Leckerchens [sic] dabei haben muss, sondern einfach so.“

Im Prinzip gibt sie sich ja die Informationen schon selbst. „Einfach so“ ist nicht. Auch nicht, weil man als Mensch so toll ist. Gibt Hunde, die den sozialen Kontakt zu ihrem Menschen fast über alles stellen, gibt genügend Hunde, die gerne eine andere Bezahlung hätten. Die tolle Leittier-Ausstrahlung ist da eher so beliebt wie ein Zahnarzttermin.
Man muss auch nicht immer viele „Leckerchens“ dabei haben, aber für den Anfang ist so eine Futterbelohnung in reizarmer Umgebung doch eine super Motivation: Das Schnauzer-Mädel geht aber lieber interessanten Dingen nachjagen, denn Frauchen ist ja eher langweilig. Es hat sich schon vieles zwischen Hund und Halter ritualisiert, besonders die Langeweile und der darsus entstehende Frust.
Woher der Wunsch kommt, dass die Hündin, die ein Welpe von drei Monaten ist, einfach so kommt, ist mir schleierhaft. Zuträglich ist, „Wirst du wohl herkommen!“ natürlich auch nicht.

Ich weiß, ich weiß. Gleich kommt der „Futterautomat“-Einwurf, der Hund würde ohne Leckerlis ja dann nie kommen. Muss er doch auch gerade am Anfang nicht. Am Anfang muss er erstmal auf Signal eine relativ komplexe Handlungskette verstehen und ausführen lernen und dies sollte hochwertig bezahlt werden, am besten jedes Kettenglied separat. Und bitte in reizarmer Umgebung, damit sich der Hund nicht selbst belohnt für’s Abhauen. Man sollte sich als Hundehalter unbedingt klarmachen, dass Hunde Kontextlerner sind, das bedeutet, dass sie situativ, lokalgebunden lernen und schlecht generalisieren. Außerdem muss ein Signal erfolgreich ca. 7000 Mal ausgeführt werden, bis es beherrscht wird, dazu muss das Timing stimmen und die Belohnung sollte attraktiv bleiben (Nein, man muss nicht immer ein Steak verfüttern!). Die Angst abhängig vom Leckerlibeutel zu sein, wurde geschürt von Trainern wie Maja Nowak, die suggerieren, dass Leithunde/Schäfer/Obdachlose/richtige Hundler sowas schließlich auch nicht brauchen. Es gilt mittlerweile schon wieder als Makel, seinen Hund belohnen zu wollen.
Um die positive Verstärkung zu diskreditieren, ist auch keine Behauptung zu dreist und dumm, um bemüht zu werden.
Hunde würden übergewichtig werden, weil Menschen ja natürlich zu dumm sind, Leckerlis vom Futter abzuziehen, oder es keine andere Belohnung außer Futter gibt!
Hunde würden sich gegenseitig auch nicht füttern – natürlich. Hunde leinen andere auch nicht an und rufen sie auf Signal zurück.
Hunde würden mit Leckerlis bestochen – na klar, ich winke stets mit dem Steak…


Die Beißhemmung
Ist denn den Experten von heute nicht mehr bewusst, dass ein Welpe erst noch die Beißhemmung erlernen muss? Statt mit aufgerissenen Augen dem Fernsehzuschauer zu vermitteln, dass das Geknabbere des Hundes ein „No Go“ ist, könnte ma(n)ja zur Abwechslung erklären, woran das liegt. Und nicht wieder Herum“korrigieren“, sondern dem Hund zeigen, was erwünscht ist. Man wird es ja nicht glauben, aber Clickern könnte helfen, dem Hund zu zeigen, dass NICHT hineinbeißen lohnenswert ist, indem man die Momente vor dem Zuschnappen clickert.
Beißhemmung kann man auch beibringen, indem man das Spiel abbricht, wenn der Hund zu heftig im Spiel zuzwickt, oder man gibt einen alternativen Kauartikel und markert, wenn der Hund sanft kaut. So lernt er, dass sanftes Knabbern situationsbedint in Ordnung ist. Ich persönlich spiele gerne mit meinen Gliedmaßen und Hundemäulern. Sogar bei ex-bissigen Hunden geht das. Dabei verstehen die Hund genau, wenn ich ein „Au“ sage, meist wird die Stelle beleckt und der Hund ist dann viel sanfter.
Und oft wird vergessen, dass eine hohe Erregung schuld an zu festem Zwicken sein kann, hierzu könnte ich den Hund ja wieder durch konditionierte Entspannung oder eine Spielpause herunterfahren.
Dass das Schnauzer-Mädel in die Flexileine beißt, hat für mich nicht einmal etwas mit nicht vorhandener Beißhemmung zu tun, sondern schaut in diesem Fall stark nach Kompensation aus. Vielleicht Frust? Vielleicht zu viel Energie?
Frau Nowak aber setzt lieber auf Unterdrücken des Verhaltens statt ein adäquates Betragen zu fördern…

Ach ja, und die Schnauzer-Besitzerin findet Maja Nowaks Erziehungsstil so toll, weil sie ja Hündisch spricht und so möchte die gute Frau es auch für ihren Hund. Denn mit ihren Kindern spricht sie auch nicht Erwachsisch, sondern Kindisch.
Hallo? Die kognitiven Fähigkeiten eines (erwachsenen!) Hundes sind mit denen eines Kleinkindes vergleichbar. Nehme ich als Erwachsener einem Kind die Schaufel aus der Hand, mit der es nach mir geschlagen hat und donnere ich sie auf dessen Kopf, weil Kinder so miteinander umgehen? Nein, mache ich nicht. Da werde ich mit einem so jungen Hund wohl nicht so umspringen, wie Hunde untereinander!
Aber Hauptsache sie muss nicht mit Leckerlis bestechen! So!

Nun zu meinem Lieblingsteil:
Schnauzer-Mädel in einem unbekannten Gebiet. Orientiert sich an Fauchen. Und Frauchen nutzt das nicht aus, weil der Hund soll so kommen und folgen. Hier hätte man doch wunderbar ansetzen können fürs Rückruftraining…
Nein, stattdessen wird die junge Hündin zum „hinteren Leithund“ gerudelgestellt. Nun muss sie hinter dem Menschen laufen, weil das so ist. Ich schirme meine Hunde situativ auch mal nach vorne hin ab, aber nicht, weil sie von Geburt an hintere Leithunde wären…
Ab hier wird dann wieder „kommuniziert“, was ds Zeug hält. Block/positive Strafe –> Hund hört auf, geht ins Sitz und es wird negativ verstärkt, indem die Bedrohung aufgehoben wird. Nennt man dann nett „Freigabe“. Das Frauchen wird instruiert, wie man gut herumschiebt und gängelt. Großartig!
Allerdings, und wenn es auch eher Zufall ist: Ich glaube tatsächlich, dass die Rudelstellung, die Frau Nowak in ihr Reportoire aufgenommen hat, dem ein oder anderen Hund immerhin den Vorteil verschafft, dass der Hund auch mal etwas machen darf. Im Falle der Schnauzer-Hündin sind bestimmte Eindrücke immerhin erlaubt. Ich muss ja schließlich auch mal etwas Nettes sagen. Das schlaue Mädel merkt das auch sofort und nutzt das für sich. Lohnenswertes Verhalten wird beibehalten, also guckt sie nun verstärkt nach Autos. Nicht etwa, weil sie ein hinterer Leithund wäre, sondern weil es das einzige ist, was sie machen darf!

Ich mag es ja überinterpretieren… aber hat Frau Nowak sich einige Kritiken zu ihrer Person durchgelesen, dass sie jetzt neben Strafsignalkonditionierung auch Futter freundlich auflesen lässt? War in der ersten Staffel nicht zu beobachten, aber tut nichts zur Sache.
Einen Abstecher in die Sternzeichen gab es auch – alle „hinteren Leithunde“ sind die sensibelsten Hunde. Gleich den Menschen, die im Sternzeichen Krebs geboren sind. ALLE, versteht sich.
Und bitte, seid mir nicht böse – aber wie wenig hat Frauchen bitte bisher mit ihrem Mädel gemacht, dass sie so begeistert ist, dass der Hund diese Sachen so schnell kapiert? Ich erlebe ja auch selbst oft, dass Menschen plötzlich Spaß am Training entwickeln, weil sie merken, dass ihr Hund doch nicht so scheiße ist.
Bestärkt mich in meiner Annahme, dass die Wahrnehmung des Menschen meist das Problem ist und worauf er sein Augenmerk legt. Und deshalb bin ich ein Fan der positiven Verstärkung und des Clickertrainings geworden, weil man dadurch die Stärken seines Hundes kennenlernt und diese gezielt fördert und somit Grenzen setzt und Strafreize immer mehr an Bedeutung verlieren.

Ich bin übrigens gar kein Freund von „Futter verdienen müssen“. Ich mache sehr viele Beschäftigungen über Futter bei meinen Hunden, allerdings lege ich großen Wert darauf, dass sie abends irgendwann einen Teil davon zumindest in einer Portion in entspannter Atmosphäre zu sich nehmen. Ich finde dieses Ritual gerade für stessanfällige Hunde sehr wichtig, außerdem ist die Nahrungsaufnahme ein Grundbedürfnis, also sollen meine Hund (auch meine Gäste) dafür nicht arbeiten müssen.
***An dieser Stelle betone ich – ich arbeite bei futteraggressiven Hunden gerne über die Handfütterung. Das heißt bei mir aber lediglich, dass die Hunde ihre Mahlzeit statt aus dem Napf am Abend aus meiner Hand bekommen, an einem Stück, ohne etwas dafür zu tun!***
Das kann ein jeder halten wie er will, viel interessanter ist aber, dass die junge Schnauzer-Hündin bereits gedrillt wird und schon anfängt zu meiden und gehemmt buckelnd herumzulaufen, weil Frau Nowak das Futtersuchen solange tabuisiert, bs sie es freigibt. Damit der Hund „gehorchen lernt“. Dabei wirkt mir die lebhafte Hündin eingeschüchtert.

 

TEIL 2: DIE EINÄUGIGE MISCHLINGSDAME
Ich musste fast schon ein bisschen Schmunzeln. Ein „Hofhund“ (so in der Sendung gesagt!), der seinen Hof bewacht. Wo gibt es denn sowas? Die Besitzerin ist völlig von der „Aggressivität“ ihrer Hündin überrollt und kann es scheinbar gar nicht fassen. Wie kann dieser Hund nur einen Fremdhund durch Zähneblecken und Bellen vertreiben wollen?

Die beiden „Hofhunde“ werden mit Stromzaum vom Abhauen gehindert, was mich ja schon wieder nicht wundert. Ganz ehrlich bin ich doch ein bisschen betroffen und traurig, wie manche ihre Hunde „sichern“.

Der souveräne Zweithund, ein ruhiger „Leithund“ (Ein nowakischer Leithund oder ein Rudelstellungs-Leithund?), bestätigt laut Frau Nowak die „kleine Terroristin“ indirekt, indem er sie machen lässt, er müsse sie aber mal so richtig disziplinieren. Tja, vielleicht tun das „Leuthunde“ gar nicht? Weil es ihm egal ist, was seine Gefährtin macht, solange er alle seine Freiheiten weiterhin genießt. Wieder einmal zeigt sich, dass Hunde sich ihrer Befindlichkeiten gemäß ausdrücken und nicht ganzheitlich erziehen!
Die Höhe ist aber, dass der „Biss“ in den Rücken von Frau Nowak zur „Maßregelung“ ernannt wurde, obwohl er eindeutig zum Umgang zweier vertrauter Hunde gehörte! Vor allem… es war völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Was wollte der Hund denn angeblich maßregeln? Es war eine völlig neue Situation und die Hündin hat NICHTS getan, außer sich zu bewegen. Und warum setzt der „Leithund“ seine Maßregelung nicht durch? Wenn Yoma einem Junghund klarmacht, dass er etwas nicht mag, dann zieht er seine „Maßregelung“ durch, ohne Wenn und Aber.

Nebenbei: „Terroristin“ – welch ein Vokabular! Als ob so eine Konnotation nicht schon den Fokus auf alles Schlechte schiebt!

Ach nein. Frau Nowak. Sie nennt das Problem der Hündin Kontrollverlust, ist aber ganz erschüttert, dass eine der Halterinnen ihre Mischlingsdame unsicher nennt. Vielleicht darf ich die gute Frau Trainerin mal aufklären. Hunde, die kontrollieren, wenn man das so nennen will, sind unsicher! Ein souveräner, wesensfester und ausgeglichener Hund kontrolliert nicht. Hat er nicht nötig. Auch Hunde, die vielleicht weniger souverän sind, aber gelernt haben ihren Menschen und ihrem Umfeld zu vertrauen, können sich entspannen und müssen die Situation nicht kontrollieren.
Wann endlich verabschieden sich die Leute von ihrem Denken, Hunde seien einem „Diktator“ (so wird es auch in der Sendung genannt) gleich? Was hätten sie denn davon? Hunde sind nicht machtbesessen, zumeist können sie damit nicht einmal umgehen und es überfordert sie.

Ganz entscheidend ist hier, dass die Hunde nur nebenbei herlaufen. Es ist doch völlig klar, dass sie sich eine Beschäftigung suchen. Während der Rüde von sich aus ausgeglichen ist und den Tag über entspannt, ist der Hündin hingegen schlicht und ergreifend langweilig und so hat sie sich eben Aufpassen als Beschäftigung gesucht. Der Hund soll ja aufpassen und das macht er hervorragend. Und wie soll ein Hund außer mit artüblichen Ausdrucksverhalten aufpassen? Mit Trillerpfeife und Warntafel?

Und wieder eine kleine erfreuliche Sache: Die Trainerin sagt, dass es in Ordnung ist, wenn die Hunde ihren Job machen, der Mensch dies zur Kenntnis nimmt und dann lobend übernimmt. So zumindest die Theorie. Ich würde unterschreiben, sofort.
Die Umsetzung aber geht natürlich wieder über das bekannte Blocken, dann plötzlich ist das vorher gepriesene Leithundgetue des Rüden doch nicht mehr so toll, weil es die Mischlingsdame aufstacheln würde. Aber was denn nun? Normalerweise müsste doch laut Rudelstellung und Frau Nowak das Übernehmen durch den Leithund die Situation auflösen und nicht noch hochschaukeln!

Der Abschuss aber ist nun, und das finde ich hochgradig gefährlich bis verantwortungslos, dass der Beagle, der zuvor immer von der Hündin verscheucht wurde, aufs Gelände gelassen wird. Ja, alle sind an der Leine. Der  Rüde versteht sich mit der Besuchshündin prächtig. Die „Terroristin“ stellt den Kamm auf und wird zunehmend erregt. Da gibt Frau Nowak den Tipp, die Block auch engerigeladener zu gestalten, weil sie so aufdreht. Oh ja, seien wir selbst ein bisschen aufgeregt, bei einer bereits erregten Hündin, die gerade eine Fremdhündin auf ihrem Hof zu erdulden hat!
Block, Stampfen, Einschüchtern. Die Hündin mit angelegten Ohren und hebt das Pfötchen. Mir tut das Tier wirklich leid. Immerhin wird die Distanz zwischen beiden Hündinnen vergrößert und sie werden nicht zusammen gelassen.
Diese Hunde sind allesamt ausgesprochen gutmütig. Wie beim Mexikaner ist da kein einziges Tier dabei, das ein wirklich alarmierendes Verhalten an den Tag legt und so klappt die Stüberei und Blockerei tadellos.

Gassigehen. Nein, die Halterin wird von ihrem Hund nicht gemaßregelt. Müsste ja einen Vorteil für den Hund bringen in dieser gezeigten Situation. Gibt aber keinen.
Wieder Zischen und Bedrohen. Dieses Mal zeigt die Hündin aber, was sowas mit Hunden tut. Sie will nicht mit der Trainerin mitgehen. Gut, fairerweise gibt es Hunde, die nicht so recht mit Fremden mitgehen möchten, allerdings hat sie sich vorher auch von Frau Nowak führen lassen. Und bevor sie angezischt wurde, wollte die Hündin auch aus dem Haus!

Die Hundedame möchte übrigens dann auch auf dem „Lehrspaziergang“ nur eines: Nach Hause. Spricht doch für den unsicheren Hund, den ich da wirklich durchgehend sehe. Alleine, dass sie sich so dermaßen von dieser Gängelei beeindrucken lässt. Ein wahrer Terrorist geht doch da auf Konfrontation, ein gelassener Hund ignoriert, aber diese Hündin ist völlig eingeschüchtert.

Wieder einmal – was haben die Leute da für tolle, nette, aufmerksame Hunde? Warum wird mit denen nichts gemacht? Warum muss da eine Frau Nowak alles verschlimmbessern? Geht mir nicht in den Kopf. Mein anfängliches Schmunzeln ist komplett weg.

Auch, dass der Hund nun leinenlos konstant hinter einem geführt wird, empfinde ich nicht als Gewinnung von Lebensqualität. Da braucht man sich auch nicht der losen Leine rühmen.

Anmerkung: Flexileine und Halsband zusammen als Spaziergang: Geht gar nicht. Eine der beiden Halterinnen ist Tierärztin. Unverwantwortlich.

 

TEIL 3: DER SCHÄFERHUND-COLLIE-MISCHLING
Mein erster Impuls in dem Radiostudio. Mach die Tür zu! So kann der Hund einfach nicht ungefragt andere Hunde bedrängen. Ganz einfach. Natürlich ist das keine Lösung des Problems, aber es ist doch vermessen zu glauben, dass die übliche Hemmerei von Frau Nowak allgemeingültig den Hund ummodeln wird.

Da ist er übrigens schon wieder! Der „fromme“ Wunsch der Halterin, dass der Hund seinen Menschen (sie nennt es Rudel…) folgt. Einfach so. Dabei interessiert sich der 2-jährige Mischling eben für andere Hunde. Da ich selbst so einen Hund hatte, weiß ich, dass das durchaus anspruchsvoll sein kann. Yoma war bei Hundesichtung – und das konnten 500 Meter sein – weg. Ich habe lange gebraucht, um einzusehen, dass Schleppleine eine gute Möglichkeit gewesen wäre, ihn erstmal daran zu hindern, sich ständig selbst zu belohnen. So ungefähr wäre hier die geschlossene Tür des Radiosenders eine erste Lösung gewesen. Immerhin habe ich  nach meinem Crossover schnell begriffen, dass ich bedürfnisorientiert belohnen muss, um Yoma auf lange Sicht dazu zu bekommen, nicht mehr unkontrolliert auf andere zuzulaufen und vor allem wieder mit mir mitzugehen. Er war der Typ Hund, der den netten Artgenossen bis zum Haus begleitet hätte. Hätte ich es mir damals nicht selbst versaut, wäre das auch wesentlich schneller gegangen. Heutzutage haben wir diese Probleme nicht mehr, es kommt alle paar Monate vor, dass er vielleicht ohne meine „Freigabe“ hinläuft. Momentan kann ich mich gar nicht mehr an die letzte Situation erinnern.
Meine damaligen Blocks und Regeln haben bei Yoma übrigens das Ausbrechen aus diesen noch gefördert. Ein Shiba eben.

Nennenswert ist aber, dass dieser vorgestellte Fall schon in Staffel 1 gezeigt wurde. Vielleicht war der ja so toll, dass er im Nachhinein nochmal rudelgestellt werden musste?
NEIN, die Höhe und ich bin wirklich geplättet ob der Verarsche, die man bereits vermutet hatte! In der Folge damals wurde der Hund als angreifender, gefährlicher Hund dargestellt, obwohl allen Beteiligten klar war, dass dem nicht so ist. Ich muss noch einmal suchen, ob ich meinen damaligen Kommentar noch finde.
Wird in der gestrigen Folge auch so erklärt, er würde bedrängend sein, aber freundlich gesinnt. Es war also den Verantwortlichen BEWUSST und das Herzschlag-Experiment nur Inszenierung, damit man stolz auf die Bestienzähmung sein kann. So geht Fernsehen auch bei den Öffentlich-Rechtlichen. Dog Whispering nach Millan 2.0!

Was für eine FRECHHEIT!

„Die Hundeflüsterin“

Wie konnte ich meine „Lieblings-Hundetrainerin“ verpassen? Warum sagt mir keiner, dass Maja Nowak wieder läuft? Und dann auch noch so aufgemotzt in der Schwachsinnigkeit, die sie zum Besten gibt. Wirklich mal Klartext und ohne jede Beschönigung. Die Frau ist gefährlich für jeden unbedarften Hundehalter.

Nun fängt sie ernsthaft an, den größten Mist unter die Leute zu bringen, den ich je gehört habe.
RUDELSTELLUNG

Ganz gruseliges Zeug.

Grundsätzlich war ihr Rudelgelaber schlimm, aber sich nun noch diesen Unfug zum Vorbild zu nehmen… die Dame hat sich nun ganz ins Aus geschossen bei mir. Kommt direkt nach dem netten Mexikaner.
Zusammen mit dessen Energie und dem Rudelstellungs-Konzept ist sie nun vollkommen in die Esoterik-Ecke abgedriftet (und nein, kommt mir nun nicht mit „Präsenz“, wer von ominösen Leithunde-Energien faselt, die es so nicht gibt, dem schmeichle ich damit sogar noch netterweise!). Alles wird noch nebulöser und ungreifbarer als zuvor, damit man als geneigter Zuschauer nur noch Beifall klatschen kann ob der Zaubervorstellung, die da geboten wird.
Dass dann Ahnungslosen ein Dritthund aufgeschwatzt wird, damit die seltsamen Rudelstellungsfantasien befriedigt sind, ist doch grob fahrlässig. Geht aber ganz mit dem Vorgehen der Rudelsteller-Gurus konform. Dabei ist sie selbst ganz eingenebelt von der Theorie. Hat sie in der ersten Staffel (ich habe sie in Form eines Leserbriefs auf diese Dinge aufmerksam gemacht) selbst noch herumkrakeelt, dass der Mensch die Führung bzw. die Rolle des Leithunds übernehmen muss, sagt sie nun, dass ein Hund, der Leithund ist, nicht zu unterwerfen sei. Wie passt das nun zusammen? Es gibt von Geburt an irgendwelche Stellungen im „Rudel“ – auch wenn Hunde semi-solitär sind (von den Begründern dieser Theorie sind lose Verbände per se als asozial zu betrachten; wie dumm nur, dass Hunde keine festen Rudelstrukturen haben und somit so gut wie immer asozial wären – noch dazu sind mittlerweile die Menschen deren Sozialpartner!) -, die schon die Welpen beim Saugen an der Zitze anzeigen. Sie hat diese Ansichten nun übernommen und weiß also, dass der Mensch so oder so kein Leithund sein kann, allerdings doch irgendwo, wenn der Hund, den sie haben, kein Leithund (sie nennt es „Zentralhund“, bei den Rudelstellungstypen ist es ein „Mittlerer Bindehund“) ist…? (Und nein, Boomer wollte das Mädchen nicht maßregeln, er wollte spielen. Wie das ein zehn Monate alter Hund so gerne macht! Frau Nowak hat ihm das ganz einfach abgewöhnt, mit ihrem Folter-Halsband, dem Illusion-Collar von Cesar Millan nachempfunden. Meine Güte, lüg doch nicht so! Von wegen, das sei nur Präsenz!)
Was mache ich nur mit meinem Akuma, der keine Geschwister hatte und so nie in diese Theorie reinpasst?

Dass wie immer nicht auf die Bedürfnisse des Hundes eingegangen wird, Maja Nowak sich jeder Art von Gewalt bedient, so tut, als würde sie nicht konditionieren (und siehe hier: „Kommunzieren statt konditionieren?“), muss ich gar nicht mehr ausführen. Wirklich traurig. Stresshecheln und Schütteln werden als „Verarbeitung der neuen Situation“ betitelt, gleich Millans „Entspannung“ bei Hunden, die nur noch dicht machen.

Sehr entzückend auch ihre konditionierten Strafsignale. Da wird der Hund während der ersten Zischlaute gestübert oder weggerempelt/-geschoben bis im Hundehirn angekommen ist, dass diese Laute eine Strafe ankündigen. Wiederum ist sie hier in der operanten Konditionierung, die gute Frau Nowak, was sie aber immer noch nicht wahrhaben will. Sie verklärt das mit ihrem Rudelgeplappere natürlich, sodass der ein oder andere ihr den Scheiß glauben wird. Es nervt.

Irgendwo wäre es sicherlich einfach nur lachhaft, wenn man seit Millan und Nowak nicht tatsächlich Leute draußen „Rudelführer spielen“ sehen würde. Da wird gezischt, ge“toucht“, gestübert, gewürgt (nein, es ist ja kein Würgen, sondern nur ein „Herausreißen“), geruckt und bedroht, was das Zeug hält. Willkommen zurück ins finstere Mittelalter der Hundeerziehung! Nein, sie wirft nicht alpha, nein, sie schreit die Hunde nicht an, und auch Strom wird bei ihr nicht eingesetzt, dafür aber werden Hunde bedroht. Ständig wird auf den Fehler des Hundes gewartet und geblockt, wo es nur geht. Dabei ist die Körpersprache der gezeigten Hunde sehr deutlich. Sie empfinden diesen Block (–> zum Blocken selbst – und sollte gleich noch gut aufzeigen, warum diese ganze Leithund-Analogie für die Katz ist!) eben als Bedrohung, wunderbar für jeden an Rute und Ohren zu erkennen (interessant zu sehen, wie die Hunde selbst beim Halter in kürzerster Zeit ins Meideverhalten verfallen..). Das ist NICHT gewaltfrei. Das ist sogar wirklich schäbig. Und obendrein auch noch gefährlich! Solange man das Ganze bei gutmütigen Hunden anwendet, dürfte es nicht nach hinten losgehen, aber ich höre mindestens wöchentlich von Fällen, wo genau solche Methoden ernsthafte Situationen ausgelöst haben, weil es mit der Zeit im Hund gärt. Vornehmlich bei den Nordischen, weil ich damit viel Kontakt habe und weil das nun einmal Hunde sind, die man nicht ständig bedrängen und gängeln kann. Tipps wie drohende Hunde noch weiter zu bedrängen, damit sie keinen Erfolg mehr haben, sind dann nicht nur mehr gefährlich, sondern richtig dumm! Den Hund dann noch in ein dümmliches, wissenschaftlich unhalbares Rudelstellungskonzept zu zwingen und ihn dabei ständig körperlich anzugreifen – diese Stüber sind doch wirklich nicht gewaltfrei! -, ist nahezu unerträglich.

Und genau deshalb muss ich solche Hunde“trainer“ scharf kritisieren. Weil das nun einmal brandgefährlich ist, gefährlicher als ein verwöhnter Hund.
Das gezeigte „Wegschieben“ in der ersten Folge der zweiten Staffel kann so etwas bewirken – ein Hund, der bei schnellen Handbewegungen unvermittelt beißt (in Kombination mit Drohgebärden nicht ernstnehmen. Denn wozu noch drohen, Menschen übergehen diese Drohung sowieso!):
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